Die Rechtsform

Im Vorfeld zur Gründung der Genossenschaft hatten wir einen Verein gegründet, den Mehrgenerationenwohnen Würzburg e.V.. Er ermöglichte uns in der Vorbereitungs- und Planungsphase als Gruppe handlungsfähig zu sein.

Mittlerweile haben wir uns für die Wirtschaftsform einer Genossenschaft entschieden. Die Gründung erfolgte im Januar 2021. Nach der erfolgreichen Prüfung beim Prüfverband VdW Bayern erfolgte die Eintragung ins Genossenschaftsregister Würzburg am 03.11.2021 unter dem Namen MGWW Wohnungsgenossenschaft eG (der Name Mehrgenerationenwohnen Würzburg eG war aus juristischen Gründen leider nicht eintragungsfähig).

Warum eine Genossenschaft?

Für den Erwerb einer Immobilie benötigen wir eine Rechtsform, mit der wir wirtschaften können. Es soll ein Grundstück gekauft und ein Haus gebaut werden. Dazu brauchen wir einen Kredit und wir müssen Eigenkapital einsammeln. Dies soll auch wieder ausbezahlt werden können, falls ein Mitglied die Gruppe verlässt. Da nicht jeder gleich viel oder auch kein Geld einlegen kann für den Erwerb einer Immobilie, wird die Gesamtfinanzierung des Projektes über die Rechtsform laufen. Einige Menschen können so viel einlegen, so dass fehlende Einlagen von anderen kompensiert werden können. Im Gegenzug muss die Genossenschaft weniger Kredite aufnehmen und eine begrenzte Dividende kann an die stärker investierenden Mitglieder ausgeschüttet werden. Diese Investition ist zwar nicht so attraktiv wie Anlagen auf dem freien Markt, aber sie ist sehr sicher und gibt den Investierenden das gute Gefühl, etwas sehr sinnvolles zu tun. Dies ist auch ein Teil unser Solidargemeinschaft. Bei alle dem war uns wichtig, dass das Gesamtprojekt immer Eigentum von Allen bleibt und nicht privatisiert wird, wie z. B. in einer Eigentümergemeinschaft, von der ohnehin viele Menschen auf Grund mangelnden Eigenkapitals oder fehlender Kreditwürdigkeit ausgeschlossen wären. Alle Mitglieder unserer Gruppe sollen ein hohes Mitspracherecht besitzen. – In der Genossenschaft finden wir diese zahlreichen und noch mehr Ansprüche vereinigt. Zudem arbeiten wir mit einem Prüfverband zusammen, der uns wirtschaftlich und rechtlich beraten und unterstützen kann. So werden wir frühzeitig auf Probleme bei der Finanzierung aufmerksam gemacht und wir haben sehr guten Kontakt zu Fachleuten, wenn Fragen aufkommen. Zudem kann eine externe, objektive Prüfung denjenigen ein gutes Gefühl geben, die in das Projekt viel Geld investieren, welches sie selbst durch viel Kraft erarbeiten mussten und von dem alle in der Gruppe nun profitieren können.

Konkret soll die Finanzierung auf einer Eigenkapitalquote von 30% basieren. Dazu sollen Fördergelder für die Erstellung von gefördertem Wohnraum kommen. Da wir mit einem energetisch hohem Standard bauen wollen (KFW40+) wird ein Teil des Kredites über einen KFW-geförderten Kredit laufen und einem Bankkredit für den restlichen Teil.

Eigenkapital wird zum einen über die Mitglieder der Genossenschaft eingesammelt. Jeder der kann sollte zunächst 30% der Bauerstellungskosten der Wohnung einlegen, die er nutzen möchte. Falls man aktuell nur wenig Eigenkapital aber ein festes Einkommen hat, kann ein spezieller KFW-Kredit (sehr niedrige Zinsen auf Grund der Förderung) zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen in Anspruch genommen werden. Pro Person können maximal 50.000€ als Kredit aufgenommen werden. Damit ist es möglich über die Zeit Eigenkapital in Form von Genossenschaftsanteilen anzusparen, welches natürlich irgendwann auch vererbt werden kann.

Zum anderen haben wir die Möglichkeit, investierende Mitglieder aufzunehmen. Dies können externe Personen sein, die Kapital sicher und in ein gutes Projekt anlegen möchten. Aber auch finanziell weniger gut aufgestellte Mitglieder können dadurch Familie, Freunde oder Bekannte einfach darum bitten Kapital einzulegen, ohne dies privat verleihen zu müssen und mit der Sicherheit, dass dieses von der Genossenschaft wieder ausgezahlt wird.